Tätigkeitsbericht des Allgemeinen Blindenvereins Düsseldorf e. V. (ABVD) für das Jahr 2009 1. Einleitung Mit großer Freude und Dankbarkeit können wir auf ein arbeitsreiches und erfolgreiches Jahr 2009 und auf ein lebendiges Miteinander im All-gemeinen Blindenverein Düsseldorf e.V. (ABVD) zurückblicken. Die vielfältige, ehrenamtlich erbrachte Arbeit in unserem Verein hat dazu beigetragen, den Menschen, die mit dem Schicksal der Erblindung oder des Verlustes eines Teiles ihres Sehvermögens konfrontiert wurden, hilf-reich zur Seite zu stehen und mit kompetenter Beratung ein Stück Selb-ständigkeit und Selbstbestimmtheit zurückzugeben. Unsere langjährigen Mitglieder konnten wir in gewohnter und bewährter Weise unterstützen sowie mit einem bunt gemischten Veranstaltungsprogramm zur Gestal-tung ihrer Freizeit beitragen. 2. Der Verein Der Allgemeine Blindenverein Düsseldorf e.V. ist die Selbsthilfeorganisa-tion der blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen in Düssel-dorf. Er vertritt die Interessen dieser Personengruppe und berät Ratsu-chende ohne Rücksicht auf ihre Mitgliedschaft. Der Verein verfolgt gemäß seiner Satzung ausschließlich gemeinnützige und mildtätige Zwecke im Sinne des 3. Abschnitts der Abgabenordnung. Die Gemeinnützigkeit wurde durch Körperschaftssteuerfreistellungs-bescheid des Finanzamtes Düsseldorf anerkannt. Der Verein hat seinen Sitz in Düsseldorf. Er ist beim Amtsgericht unter der Nummer VR 3194 in das Vereinsregister eingetragen. Der Allgemeine Blindenverein Düsseldorf e.V. ist Mitglied im Blinden- und Sehbehindertenverband Nordrhein e.V. (BSVN), der seinerseits dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) und dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband angeschlossen ist. 3. Mitglieder a) Allgemeines Ordentliches Mitglied können blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen mit einer Sehkraft von höchsten 1/20 werden, die ihren Wohnsitz in Düsseldorf haben. Förderndes Mitglied können Personen werden, die den Verein durch regelmäßige Beitragszahlungen oder durch tätige Mitarbeit unterstüt-zen. Durch Beschluss der Mitgliederversammlung können Personen zu Ehrenmitgliedern ernannt werden, die sich in besonderer Weise für blinde und sehbehinderte Menschen in Düsseldorf einsetzen. b) Mitgliederbewegung 2009 Zu Beginn des Jahres 2009 gehörten dem Verein 173 ordentliche Mit-glieder und 4 Ehrenmitglieder an. Im Laufe des Jahres traten dem Verein 6 ordentliche Mitglieder bei. Es waren 5 Todesfälle zu beklagen, 7 Mitglieder sind wegen ihres Al-ters, wegen Krankheit oder Umzugs aus dem Verein ausgeschieden. Daraus ergibt sich zum 31.12.2009 ein Mitgliederbestand von 167 or-dentlichen Mitgliedern und 4 Ehrenmitgliedern (95 Frauen und 72 Männern). Das jüngste Mitglied ist 19, das älteste 99 Jahre alt. 4. Aufgaben des Vereins Die alles bestimmende Aufgabe unseres Vereins war und ist es, die selbstbestimmte Teilhabe blinder und hochgradig sehbehinderter Men-schen in Düsseldorf am Leben in der Gesellschaft durch die Schaffung gleichwertiger Lebensbedingungen und den Abbau von Barrieren in allen Lebensbereichen zu verwirklichen und zu sichern. Als wesentliche Auf-gabe betrachten wir es dabei, die blinden und hochgradig sehbehinder-ten Menschen dabei zu unterstützen, ein selbstbestimmtes und mög-lichst selbstständiges Leben führen zu können. a) Beratung und Hilfsangebote Menschen, bei denen eine Krankheit diagnostiziert wird, die zu einer erheblichen Sehbehinderung oder zur Erblindung führen kann, benö-tigen umfassende Information und tatkräftige Hilfe. Von medizinischen Fragen, über rechtliche und wirtschaftliche Gesichtspunkte bis hin zur praktischen Alltagsbewältigung gibt es vieles zu bedenken. In telefonischen und persönlichen Gesprächen bieten wir daher unse-re Hilfe und Unterstützung bei der Behinderungs- und Krankheitsver-arbeitung an. Daneben erstreckt sich unsere Beratungskompetenz aber auch auf ganz praktische Dinge wie die Beantragung des Schwerbehinderten-ausweises und die Erlangung des Blinden- und Sehbehindertengel-des sowie die Geltendmachung weiterer Nachteilsausgleiche wie z B. die Rundfunkgebührenbefreiung oder die Wertmarke zur unentgeltli-chen Beförderung im öffentlichen Personennahverkehr Eine wichtige Rolle spielt auch die Erstversorgung mit einfachen Hilfsmitteln wie weißer Stock, sprechende Uhr und die Versorgung mit Blindenhörbüchern. Wir können eine Beratung und erste Einführung in diese und viele andere Hilfsmittel und Techniken vornehmen und den Kontakt zu den Firmen vermitteln, die diese speziellen Hilfsmittel vertreiben und wir zeigen darüber hinaus wichtige Kniffe und Tricks für eine neu zu gewinnende Selbstständigkeit im Alltag und die Ver-besserung des Wohnumfeldes. Wir haben dabei als örtlicher Verein immer die Situation in Düsseldorf im Blickpunkt und können so auch Auskünfte zu Pflegeeinrichtungen, betreutem Wohnen aber auch zu Freizeit- und Sportangeboten ge-ben. In Senioren und Pflegeeinrichtungen weisen wir auf die spezifischen Belange blinder und sehbehinderter Heimbewohner hin und bitten um Berücksichtigung. Einer Vielzahl von blinden und hochgradig sehbehinderten Düsseldor-fer Bürgern können wir Hilfen zur häuslichen Betreuung vermitteln. Diese Hilfskräfte werden nicht nur zur Unterstützung bei der Hausar-beit benötigt, sondern setzen sich auch als sehende Helfer bei der Er-ledigung von Post, von Einkäufen und Begleitungen ein. Und sollten auch wir einmal eine Frage nicht beantworten oder sonst nicht weiterhelfen können, vermitteln wir gern kompetente Ansprech-partner in der Nähe. Unsere 1. Vorsitzende, Frau Helga Hermanns, hat in diesem Jahr an einer speziellen Qualifizierung im Projekt „Wir sehen weiter“ teilge-nommen. Sie ist nun eine von circa 100 ehrenamtlichen Beraterinnen, die in mehr als 250 Unterrichtsstunden ausgebildet wurden, um blin-den und hochgradig sehbehinderten Menschen medizinische, rechtli-che und wirtschaftliche Fragen beantworten und mit praktischen Tipps für den Alltag helfen zu können. Zwei weitere Vorstandsmitglieder ha-ben in der Vergangenheit an entsprechenden Qualifikationen teilge-nommen. b) Informationsweitergabe Um über Aktuelles aus dem Blinden- und Sehbehindertenwesen und über Neuigkeiten aus unserer Stadt zu informieren, verwenden wir verschiedene Medien: • Das Düsseljournal Diese kostenlose Audiozeitung erscheint wöchentlich. Unser Eh-renmitglied, Frau Simone Beckmann aus der Redaktion der West-deutschen Zeitung (WZ) Düsseldorfer Nachrichten, bespricht eine Daisy-CD mit Artikeln aus dem Stadtgeschehen und Neuigkeiten aus dem Verein. Auf dieser CD werden wöchentlich auch die Termine der Filme, die im Fernsehen ausgestrahlt und mit Audiodeskription versehen sind, veröffentlicht. Bei diesen so genannten Hörfilmen wird den blinden und sehbehinderten Zuschauern das Filmgeschehen akus-tisch erläutert. • Das Info-Telefon Unter der Telefonnummer 0211 - 7 60 66 62 können Anrufer und Anruferinnen unser Info-Telefon erreichen. Hier können sie aus vier Themenbereichen auswählen und Allgemeines zum Verein, Ansprechpartner, Veranstaltungen, Hinweise zu Hörbüchereien und Aura-Zentren (Erholungseinrichtungen für blinde und hochgra-dig sehbehinderte Menschen) erfahren. • Die Mailingliste Wichtige Informationen, insbesondere solche des Deutschen Blin-den- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) und des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Nordrhein (BSVN) werden an unsere Mitglieder, die über einen PC verfügen, als E-Mail zeitnah weiter-gegeben. • Die Rundschreiben Einladungen und Neuigkeiten werden auch per Rundschreiben an unsere blinden und hochgradig sehbehinderten Mitglieder ver-sandt. Jeder erhält die Informationen in dem von ihm gewählten Format: in Brailleschrift, in Normalschrift zum Vorlesen oder zum Einscannen in den PC oder per E-Mail. • Die Jahreshaupt- und Mitgliederversammlungen Die satzungsmäßig vorgesehene Jahreshauptversammlung findet traditionell im März eines jeden Jahres statt. Eine weitere Mitglie-derversammlung gibt es im September. Diese Zusammenkünfte dienen zum einen der Erledigung sat-zungsmäßiger Aufgaben wie Wahlen, Entlastung des Vorstandes und Entgegennahme des Berichts der Kassenprüfer, zum anderen stärken sie den Austausch von Informationen, die Meinungsbildung und geben Anregungen für die Bewältigung der vielfältigen Le-benssituationen, wie Beruf, Familie und Freizeit. Probleme und Ideen können an den Vorstand weitergegeben werden. Auch bil-den diese Zusammenkünfte ein Forum, um neue Hilfsmittel vorzu-stellen und kennen zu lernen. c) Vereinsaktivitäten Der ABVD hat seinen Mitgliedern im Jahr 2009 wieder ein abwechs-lungsreiches, blinden- und sehbehindertenspezifisches Kultur- und Freizeitangebot unterbreitet, das rege genutzt wurde. Die Anregung zum Erfahrungsaustausch mit Betroffenen, der Aus-tausch untereinander, die Hilfe zur Selbsthilfe, all dies und vieles mehr sind Bereiche, die für von Blindheit bedrohte bzw. hochgradig sehbehinderte und blinde Menschen von zentraler Bedeutung sind. Aus diesem Grunde sind wir bemüht, zahlreiche Veranstaltungen für unsere Mitglieder durchzuführen. 2009 waren dies insbesondere: 30.01.2009 Närrischer Nachmittag mit den Rather Aapen in unserem Vereinslokal, dem katholischen Vereinshaus der Pfarrei St. Josef, Rather Kirchplatz 14, Düsseldorf-Rath 25.03.2009 Jahreshauptversammlung mit Nachwahl einzelner Vor-standsmitglieder. Die Mitgliederversammlung beschloss nach mehr als 10 Jahren eine Beitragserhöhung um 1,00 EUR pro Monat und damit einen Jahresbeitrag von 72 ,00EUR. 04.07.2009 Sommerausflug nach Cochem und Beilstein mit einer Schifffahrt auf der Mosel und einer geselligen Weinprobe. 26.07.2009 Segelfliegen für Blinde Der Düsseldorfer Aero-Klub e.V., Abteilung Segelflug, auf der Wolfsaap hat dieses beeindruckende Erlebnis ermög-licht. 08.08.2009 Grillfest auf dem Gelände des Naturfreundehauses in Ger-resheim 09.09.2009 Mitgliederversammlung in unserem Vereinslokal 10.09.2009 Feier anlässlich des 10jährigen Bestehens der Blinden- und Sehbehindertensportschützengruppe im St. Sebastia-nus-Schützenverein Düsseldorf und traditionelles Königs-schießen 12.09.2009 Jahreswanderung unserer Wanderfreunde. Gewandert wurde rund um Gerresheim. 10.10.2009 Seniorennachmittag im Cafe des Nordparks für unsere älteren Vereinsmitglieder mit Kaffee und Kuchen, Musik, Gesang und vielen netten Gesprächen. 03.12.2009 Preisskat – unsere Skatspieler trafen sich zum alljährli-chen Turnier in unserem Vereinslokal. 12.12.2009 Weihnachtsfeier in unserem Vereinslokal mit festlichem Rahmenprogramm d) Weitere Angebote: • Blindenschriftkurs Unsere Vorstandsvorsitzende hat in diesem Jahr einen Kurs zum Erlernen der Blindenvollschrift durchgeführt. Mehrere Vereinsmitglieder konnten hier lernen, die Punktschrift zu ertasten und sich damit ein Stück neue Lebensqualität erobern. • Info-CD Für diejenigen Vereinsmitglieder, die nicht über einen PC verfügen und sich daher nicht mit den neuesten Informationen zu blinden- und sehbehindertenspezifischen Fragen aus dem Internet oder per E-Mail versorgen können, haben wir in diesem Jahr erstmals eine Informations-CD herausgegeben, auf der wir Hinweise zu allen re-levanten Bereichen zusammengestellt haben. Die CD ist von den Vereinsmitgliedern sehr positiv aufgenommen worden. • Besuchsdienst Ein Mitglied unseres Vorstandes hat Hausbesuche bei bettlägeri-gen oder kranken Mitgliedern gemacht und auch diejenigen be-sucht, die im Krankenhaus waren. Darüber hinaus wurde per Tele-fon Kontakt gehalten und die Mitglieder zu Geburtstagen mit tele-fonischen Gratulationen, Besuchen oder Kartengrüßen erfreut. • Weihnachtspäckchen Kranke Vereinsmitglieder und Heimbewohner, die nicht zur Weih-nachtsfeier kommen konnten, erhielten vom Verein eine kleine Auf-merksamkeit in Form eines kleinen Geschenkpäckchens mit Kaffee, Süßigkeiten, Wurst, etc. Es wurden 20 Päckchen ver-schickt. • Anschaffung von zwei Tandems Für die Tandemgruppe des Vereins wurden 2009 zwei neue Tan-dems im Gesamtwert von ca. 2.000,00 EUR angeschafft und der Tandemgruppe zur Nutzung zur Verfügung gestellt. • Begleitservice Unser Vereinsmitglied, Pastor Holger Johansen konnte aus seinem „Begleiterpool“ viele seiner ehrenamtlichen Begleiter an blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen in Düsseldorf vermitteln. Er ist beim evangelischen Landespfarramt für Blinden- und Sehbehin-dertenseelsorge tätig und unter der Telefon-Nummer 0211-58 98 98 oder 0211-17 11 11 10 zu erreichen. • Stadtplan für Kaiserswerth Durch die Zusammenarbeit mit der Stadt Düsseldorf (Katasteramt und Behindertenkoordination) konnte auch in diesem Jahr weiter an einem taktilen Stadtteilplan gearbeitet werden. Der Stadtteilplan Kaiserswerth wurde konzipiert und durch eine Audioversion er-gänzt. Er steht kurz vor seiner Fertigstellung. • Tastführung für Blinde und Sehbehinderte im Stadtmuseum An jedem letzten Dienstag im Monat hat das Stadtmuseum eine spezielle Führung für behinderte Menschen angeboten, an der auch einige unserer Vereinsmitglieder teilgenommen haben. In kleinen Gruppen war es möglich, zahlreiche Exponate zu ertasten und sich so jeweils zu einem speziellen Teil der Stadtgeschichte zu informieren. • Wahlschablonen Zur Bundestagswahl 2009 ließ der BSVN Wahlschablonen fertigen, damit auch blinde und sehbehinderte Mitbürgerinnen und Mitbürger ohne fremde Hilfe an der Wahl teilnehmen konnten. Die Schablo-nen wurden von uns an unsere Mitglieder versandt. So konnte si-chergestellt werden, dass jedes Vereinsmitglied eine Schablone erhalten hat. 5. Freizeit im Allgemeinen Blindenverein Düsseldorf • Stammtische An Jedem dritten Mittwoch im Monat können sich blinde Menschen in unserem Vereinslokal, dem katholischen Vereinshaus der Pfarrei St. Josef, Rather Kirchplatz 14, Düsseldorf-Rath treffen. In lockerer Atmosphäre kann man sich hier kennenlernen, Probleme anspre-chen und Erfahrungen austauschen. Für manche Treffen wird ein Thema vorbereitet, z. B. ein neues Hilfsmittel vorgestellt. So haben zwei Mitglieder unseres Vorstandes beim Juni- und Ok-toberstammtisch Daisygeräte sowie Daisybücher und -zeitschriften präsentiert. Der Daisystandard löst ab 2010 die Kassette ab. Hör-bücher der Blindenhörbüchereien sind ab diesem Zeitpunkt nur noch in digitaler Form auf CD erhältlich. So waren Schulungen un-serer Mitglieder in der neuen Technik dringend geboten. • Kegeln im Kegelclub „Ballermann & Co“ werden alle vier Wochen ein paar flotte Kugeln geschoben. Ein jährlicher stimmungsvoller Ausflug rundet das Kegelvergnügen ab. • Skat Die Skatfreunde treffen sich jeden ersten und dritten Donnerstag eines Monats im Vereinslokal. Der Umgang mit den taktilen Karten ist schnell gelernt. Jedes Jahr im Dezember findet ein Skatturnier statt. Einige Spieler nehmen auch an bundesweiten Turnieren teil. • Gymnastik Montags treffen sich blinde Sportfreunde in Benrath zur Gymnas-tikstunde bei der Behindertensportgemeinschaft Düsseldorf-Benrath. Die gemeinschaftliche Bewegung macht viel Spaß und beugt behinderungsbedingten Haltungsschäden vor. • Sportschießen Jeden zweiten Donnerstag im Monat ist der Schießstand der Bilker Schützen für unsere Sportschützen reserviert. Eine gute Konzen-tration ist beim Schießen nach Gehör gefordert. Auch die Gesellig-keit kommt nicht zu kurz. • Wandern Jeden ersten Samstag im Monat erobern sich die Wanderfreunde Düsseldorf und Umgebung. So kann das Herz-Kreislauf-System auf angenehme Weise angeregt werden. Der gemeinsame Aus-klang in einem Ausflugslokal belohnt die Mühen. 6. Aktivitäten des Vereins nach außen: Um die Mitbürgerinnen und Mitbürger in Düsseldorf auf die besonderen Belange blinder und hochgradig sehbehinderter Menschen aufmerksam zu machen, aber auch, um unser Beratungsangebot zu publizieren, ha-ben wir uns an zahlreichen Veranstaltungen in der Stadt beteiligt und ei-gene Aktionen durchgeführt. Beispielhaft seien hier genannt: 03.07.2009 Feierstunde zur Übergabe des „Düsseldorfer Muse-umsführers für Menschen mit Behinderungen“ im Hetjens-Museum. Unser Vorstandsmitglied, Herr Gerd Kozyk, hielt hier einen Vortrag zum Thema: „Taktile Leitsysteme für blinde und sehbehinderte Menschen im Museum“. Der Museumsführer ist für nichtsehende Menschen auf einer Audio-CD hörbar gemacht worden. Die CD ist beim ABVD erhältlich. 25.07.2009 Tour de Braille Anlässlich des 200. Geburtstages von Louis Braille, dem Erfinder der Blindenschrift, haben einige Mit-glieder unseres Vereins in der Meyerschen Buch-handlung Texte in Blindenschrift vorgelesen. Das Spektrum reichte dabei von Heinrich Heines Win-termärchen bis zu Harry Potter. 05.09.2009 Selbsthilfetag der Stadt Düsseldorf auf dem Rat-hausplatz. Der Allgemeine Blindenverein war hier mit einem Stand vertreten und die Aktion „Ihre Visitenkarte in Brailleschrift“ fand bei den Besuchern großen An-klang. 17.09.2009 Teilnahme an der Bürgersprechstunde der ARGE (Arbeitsgemeinschaft der Vereine behinderter und chronisch kranker Menschen Düsseldorf e.V.) in der Flingerpassage. Der Arbeitskreis „Bus und Bahn für alle“ machte die Passanten mit Flyern und in Gesprächen auf die be-sonderen Bedürfnisse behinderter Menschen im öf-fentlichen Personennahverkehr aufmerksam. 06.10.2009 Teilnahme am Selbsthilfegesamttreffen bei der Stadt Düsseldorf 24.10. und 21.11.2009 Mitglieder unseres Vorstandes haben an den Wei-terbildungsmaßnahmen der Architektenkammer NRW teilgenommen und dort auf die Notwendigkeit des barrierefreien Bauens hingewiesen. Sie mach-ten die Architekten auf die speziellen Bedürfnisse blinder und hochgradig sehbehinderter Menschen aufmerksam, so z.B. auf Kontraste und taktile Leitli-nien. 02.11..2009 Eröffnung der Briefmarkenausstellung im Foyer des Marienhospitals unter dem Motto „Sehende helfen Blinden“ Hier kam der Erlös der Ausstellung, die wieder von unserem Ehrenmitglied Christian Schlachetzki orga-nisiert wurde, dem allgemeinen Blindenverein Düsseldorf zu Gute. 24.11.2009 „Teilhabe für alle“ Gespräch mit Herrn Minister Lau-mann in den Behindertenwerkstätten Neuss. An dem Gespräch nahmen drei unserer Vorstands-mitglieder teil. 7. Zusammenarbeit mit Verbänden der Blindenselbsthilfe Unser Verein arbeitet eng mit dem Blinden und Sehbehindertenverband Nordrhein e.V. (BSVN) zusammen. Ideen und Ziele werden unterstützt. Überörtliche Informationen und Veranstaltungen konnten angeregt und an unsere Mitglieder weitergeleitet werden. Blindenschriftkurse, Treffen für taubblinde und hörsehgeschädigte Menschen, Mobilitätsseminare, PC-Schulungen, kulturelle Angebote, Familien- und Seniorenfreizeiten etc konnten wahrgenommen werden. An den Sitzungen des Verwaltungsrates des BSVN nehmen unsere Vor-standsmitglieder regelmäßig teil. Auch in anderen Gremien des Verban-des sind Mitglieder des Allgemeinen Blindenvereins Düsseldorf aktiv. Die Arbeitsuchenden bzw. die im Arbeitsleben stehenden blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen können wir bei beruflichen Belan-gen an den Integrations-Fachdienst (IFD) für blinde und hochgradig seh-behinderte Menschen, der dem BSVN angegliedert ist, vermitteln. Die begleitende Hilfe im Arbeitsleben umfasst Dienstleistungen wie Beratung und Betreuung von blinden und sehbehinderten Menschen und von Ar-beitgebern, die schwerbehinderte Menschen beschäftigen. Im Mittel-punkt steht dabei der jeweilige individuelle Fall. Der IFD hat inzwischen seinen neuen Sitz in der Lindemannstraße 30, Ecke Hebbelstraße in Düsseldorf bezogen. 8. Zusammenarbeit mit anderen Stellen a) Mitarbeit in Gremien der Stadt Düsseldorf Im Jahr 2009 konnte die gute Zusammenarbeit mit den verschiedenen Ämtern und Gremien der Stadt Düsseldorf weiter verstärkt und vertieft werden. Wie schon im Vorjahr stand auch in diesem Jahr wieder die Mitarbeit in den Arbeitskreisen (Runder Tisch „Verkehr“, Runder Tisch „Bauen“ und Runder Tisch „Kommunikation“) im Mittelpunkt unserer Arbeit. Mitglieder unseres Vorstandes und weitere Vereinsmitglieder nahmen an zahlreichen Sitzungen teil und machten sich in Ortstermi-nen ein Bild von baulichen Gegebenheiten, Verkehrsführung, Stras-senquerungen, Ampelanlagen usw. Wie schon im Vorjahr berichtet, wurde durch unsere Mitarbeit am Runden Tisch „Verkehr“ erreicht, dass alle Bus-, Straßenbahn- und U-Bahnhaltestellen, die neu errichtet oder umgebaut werden, barrierefrei gestaltet werden. Das dynamische Fahrgastinformationssystem mit Sprachausgabe (Dyfa) wurde nun auch in den U-Bahnhaltestellen Nord- und Kleverstraße eingerichtet, so dass es blinden und sehbe-hinderten Menschen ermöglicht wird, ohne fremde Hilfe zu erfahren, welche U-Bahn wann in die Haltestelle einfährt. Dieses System soll künftig an allen Schwerpunkthaltestellen installiert werden. Weiterhin konnte erreicht werden, dass immer mehr Ampeln in Düs-seldorf so umgerüstet werden, dass es blinden Bürgerinnen und Bür-gern ermöglicht wird, ohne fremde Hilfe relativ gefahrlos Strassen zu überqueren. Die Ampeln sind mit akustischen und oder taktilen Signa-len ausgestattet, die die Grünphase anzeigen. Auch bei der Verlegung von Rillenplatten, die blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen im öffentlichen Verkehrsraum zur Orientie-rung dienen, konnte erreicht werden, dass in Düsseldorf nunmehr besser geeignete, d.h. taktil besser wahrnehmbare Platten verwendet werden. Allerdings bleibt in Anbetracht der noch nicht ausreichenden barriere-freien Ampelanlagen, der fehlenden Leitsysteme in öffentlichen Ge-bäuden sowie der nach wie vor nicht vorhandenen Außenansagen bei Bussen und Straßenbahnen in diesem Bereich auch in Zukunft noch viel zu tun. Weiterhin haben Mitglieder des Vereins am Runden Tisch „Kommuni-kation“ teilgenommen und sich dort schwerpunktmäßig dafür einge-setzt, dass die zahlreichen Barrieren insbesondere im Internet abge-baut und auch blinden und sehbehinderten Menschen so an den viel-fältigen Informationen aus dem World wide Web teilhaben können. Auch die Mitarbeit in neuen Gremien der Stadt, wie z.B. dem Runden Tisch „Kinder, Familie und Jugendliche“, wird von unserem Verein angestrebt. Neben der Arbeit an den Runden Tischen haben wir auch bei der Überarbeitung des Berichts zur Situation blinder und hochgradig Seh-behinderter Menschen in Düsseldorf mitgewirkt. Dieser Bericht wurde im Jahre 2001 erstmals erstellt, nun wird er überarbeitet und die aktu-elle Fassung wird im Jahre 2010 fertig gestellt sein. b) Zusammenarbeit mit dem Selbsthilfe-Service-Büro der Stadt Düs-seldorf Bei der Gesundheitskonferenz des Selbsthilfe-Service-Büros beteili-gen sich einige unserer Vorstandsmitglieder. Diese Stelle beim Ge-sundheitsamt ist Koordinierungsstelle der Düsseldorfer Selbsthilfebe-wegung. Sie organisiert Seminare und Zusammenkünfte. Als Lobby der Selbsthilfebewegung wirkt sie in wichtigen Gremien mit und pflegt den Kontakt zu allen wichtigen Stellen. c) Mitarbeit im Beirat für Menschen mit Behinderung der Stadt Düsseldorf Der Beirat für Menschen mit Behinderung der Stadt Düsseldorf setzt sich aus Mitgliedern der Ratsfraktionen, der Behindertenorganisatio-nen, des Seniorenbeirates sowie Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung zusammen. Er unterstützt den Rat, die Ausschüsse und die Verwaltung in Behindertenfragen, fördert die Integration von Men-schen mit Behinderungen in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen und trägt dazu bei, dass die Belange dieses Personenkreises in den kommunalen Entscheidungsprozessen berücksichtigt werden. Drei unserer Vorstandsmitglieder und unser Ehrenmitglied, Herr Christian Schlachetzki, sind in diesem Gremium tätig, um die Belange blinder und hochgradig sehbehinderter Menschen in Düsseldorf zu vertreten. Sie konnten in diesem behindertenpolitischen Bereich bis-her wertvolle Arbeit leisten. d) Mitarbeit in der ARGE (Arbeitsgemeinschaft der Vereine behin-derter und chronisch kranker Menschen in Düsseldorf e.V. Durch unsere Mitwirkung bei der Arbeitsgemeinschaft der Behinder-tenverbände (ARGE) Düsseldorf und des Arbeitskreises „Bahn und Bus für Alle“ wurden Vorschläge, Forderungen und Wünsche, auch der blinden Bürgerinnen und Bürger Düsseldorfs an die zuständigen Stellen der Stadt kolportiert. e) Zusammenarbeit mit der Rheinbahn Schulungsfilm für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rhein-bahn Ein Mitglied unseres Vorstandes hat sich im Frühjahr 2009 für Film aufnahmen zu einem Schulungsfilm, insbesondere für das Fahrper-sonal der Rheinbahn, zur Verfügung gestellt. Gezeigt wurden die be-reits vorhandenen Hilfsmöglichkeiten für behinderte Menschen beim Fahren mit Bus und Bahn, wie die Aufmerksamkeitsfelder auf den Bahnsteigen im Bereich der ersten Tür der Bahnen, die dynamische Fahrgastinformation, die Beschriftung von Aufzügen und Treppenab-gängen in Braille- und Pyramidenschrift. Vieles ist hier schon verwirk-licht, vieles wartet noch darauf, mit Elan angefasst zu werden. f) Besuch in Schulen Einige unserer Mitglieder besuchen Schulen, um in Vorträgen und Gesprächen mit Schülern und Lehrern auf die Situation der blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen hinzuweisen und um Ängste und Scheu beim Umgang mit diesem Personenkreis abzu-bauen. So wurde am 17.02.2009 die Internationale Schule in Kaiserswerth besucht. 9. Arbeit des Vorstandes Der Vorstand unseres Vereins besteht gemäß unserer Satzung aus acht Personen: Dem ersten und zweiten Vorsitzenden, zwei Kassenprüfern, zwei Schriftführern und zwei Beisitzern. Alle Vorstandsmitglieder arbei-ten ehrenamtlich. Einige Mitglieder des Vorstands des Allgemeinen Blindenvereins Düs-seldorf e.V. wurden auf der Jahreshauptversammlung am 25.03.2009 neu gewählt. Dem Vorstand gehören nun folgende Mitglieder an: Helga Hermanns 1. Vorsitzende Erich Fladerer 2. Vorsitzender Annemarie Müller 1. Kassiererin Renate Hoop 2. Kassiererin Elisabeth Stiebeling 1. Schriftführerin Angelika Schlöder 2. Schriftführerin Gerd Kozyk Beisitzer Gottlieb Longerich Beisitzer Im abgelaufenen Jahr hatte der Vorstand ein großes Arbeitspensum zu absolvieren. Er tagte im Jahr 2009 insgesamt 10 Mal. Dabei standen die Organisation und Verwaltung der Vereinsangelegenheiten, die Betreuung der Mitglie-der, die Organisation von Veranstaltungen, der Austausch von Informati-onen aus der Mitarbeit der einzelnen Mitglieder in den verschiedenen Gremien der Stadt und anderen Organisationen sowie Haushaltsangele-genheiten auf der Agenda. Im Einzelnen gliedern sich die Aufgaben wie folgt: • den Kontakt zu blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen in Düsseldorf aufnehmen und halten, • persönliche Gespräche führen, • Menschen in allen blinden- und sehbehindertenspezifischen Fragen beraten • Informationen erfassen, auswerten, aufbereiten und weiterleiten, • Ideen und Anregungen sammeln und auswerten, • Fachthemen aufgreifen und bearbeiten • Sitzungen vorbereiten, durchführen und nachbereiten, • Termine koordinieren und wahrnehmen, • Post erfassen und bearbeiten, • Telefongespräche führen, • Führungen, Fahrten sowie Feste planen und durchführen, • das Düsseljournal (Audiozeitung) kopieren und versenden, • Sitzungen und Seminare des Verbandes unterstützen, • an Fortbildungsmaßnahmen teilnehmen • Infostände organisieren und betreuen, • Pressemitteilungen verfassen, • Konten führen und überwachen, Neben seinen vielfältigen Aufgaben vor Ort hat der Vorstand die Zeit auch genutzt, um Fortbildungsangebote wahrzunehmen. So nahmen ei-nige Vorstandsmitglieder vom 13. bis 15.03.2009 in Bad Meinberg an der jährlichen Schulung des BSVN zu aktuellen Themen teil. Vom 03. bis 05.04.2009 fand ein Seminar der Fachgruppe Umwelt, Verkehr und Mo-bilität zum Schwerpunktthema „Shared Space“ statt. Auch hier waren Mitglieder unseres Vorstandes vertreten. Schließlich besuchte ein Vor-standsmitglied am 19.12.2009 einen Kurs zum Thema „Schreiben für die Presse“ in Frankfurt, um die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins noch inten-siver gestalten zu können. Mit all unseren Aktivitäten haben wir versucht, dazu beizutragen, für un-sere Vereinsmitglieder und auch all diejenigen, die im vergangenen Jahr plötzlich mit der Diagnose der Erblindung konfrontiert wurden, Beratung und Hilfestellung anzubieten und durch ein abwechslungsreiches Kultur- und Freizeitangebot zu einem lebendigen Austausch beizutragen. 10. Dank Unser Dank gilt all denjenigen, die geholfen haben, die Arbeit des Allge-meinen Blindenvereins Düsseldorf e. V. in diesem Jahr ideell, finanziell und materiell zu unterstützen. Das gilt insbesondere für unsere sehen-den Partner und Freunde, die viele Stunden und unermüdlich mit Hilfe und Rat zur Verfügung gestanden haben. Unser Dank gilt aber auch ganz besonders den Krankenkassen und der Stadt Düsseldorf, die uns sehr großzügige finanzielle Unterstützung ha-ben zukommen lassen. Das gemeinsame Miteinander und die Arbeit des Vereins wären nicht möglich gewesen ohne die Hilfe all jener, die den Verein großherzig mit Spenden und Zuwendungen unterstützt haben. Ihnen allen gilt unser herzliches Dankeschön. 11. Kontaktdaten: Allgemeiner Blindenverein Düsseldorf e.V. Am Wehrhahn 75 40211 Düsseldorf Telefon: 0211 – 36 77 76 93 Info-Telefon: 0211 - 7 60 66 62 Telefax: 0211 – 36 77 76 89. E-Mail: blindenverein-duesseldorf@gmx.de Internet: www.blindenverein.duesseldorf.de 12. Schlussbemerkung Auch im Jahr 2010 wird uns die Beratung und Betreuung unserer Mit-glieder sowie von Menschen, die in einer akuten Notsituation den Weg zum ABVD finden, ein Herzensthema sein. Wir werden auch weiterhin unser Bestes geben, um blinden und sehbehinderten Menschen zu hel-fen und ihnen nützliche Kontakte zu anderen Betroffenen oder auch zu wichtigen Anlaufstellen zu vermitteln getreu unserem Motto: RAT – HILFE – INTERESSENVERTRETUNG Wir freuen uns auf die damit verbundenen Herausforderungen und hof-fen bei der Bewältigung auf breite Unterstützung! Düsseldorf, im März 2010 Helga Hermanns Elisabeth Stiebeling 1. Vorsitzende 1. Schriftführerin